Rückschau auf das 3. ITIL-Forum Schweiz in Sarnen (16.-18. Mai 2011)

Eröffnung des 3. ITIL Forums Schweiz durch Martin Andenmatten

Eröffnung des 3. ITIL Forums Schweiz durch Martin Andenmatten

Unter dem Motto „Agil & Fit für die Zukunft“ ist das diesjährige ITIL-Forum Schweiz bereits zum dritten Mal durchgeführt worden. Der Anlass fand das zweite Mal in Sarnen statt, wo die rund 150 Teilnehmer wieder mal sehr herzlich aufgenommen und betreut wurden. Etwas abseits von den Zentren in bezaubernder Umgebung fand in der Aula Cher die mit 21 Ausstellern mittlerweile grösste IT Service Management Fachmesse der Schweiz statt.

In der Eröffnungsrede warf Martin Andenmatten, Präsident des ITIL-Forums Schweiz die Frage auf, wie sich IT Organisationen in Zukunft wohl nennen werden. Mit den neuen Technologien und Medien ist die „IT“ überall und allgegenwärtig – geschäftlich wie auch privat. Von der ehemals als Datenverarbeitung und später zur Management-Information-Systems-Abteilung mutierten Organisation bezeichnet man heute die zuständige Einheit in den Unternehmen oft einfach IT oder ICT. Doch genügt diese Bezeichnung heute noch, wo die Informations-Technologie in allen Lebenslagen Einzug gehalten hat und wo der Umgang damit immer weniger als spezialisiertes Wissen taxiert werden kann?

Professor Dr. Walter Brenner, Uni St. Gallen

Professor Dr. Walter Brenner, Uni St. Gallen

Nach der offiziellen Eröffnung hat Professor Dr. Walter Brenner von der Universität St. Gallen in seiner Keynote aufgezeigt, wie die „graue IT“ durch die neuen Medien wie Facebook und Twitter sowie der schier grenzenlosen Service-Angebote (SaaS) in der Cloud das Informationsbedürfnis der Anwender verändern. Interne IT Abteilungen können dem Internet-Angebot immer weniger standhalten und werden sich neu positionieren müssen. Mittels industrialisiertem Informationsmanagement (IIM) sind die Geschäftsprozesse noch stärker zu automatisieren, um Datenkonsistenz zu gewährleisten und damit effizienter und schneller voran zu kommen.

 

Ivor MacFarlane und Malcolm Fry im Gespräch

Mit dem Besuch von Malcolm Fry und Ivor Macfarlane wurde das diesjährige ITIL-Forum von zwei ausgewiesenen Fachexperten aus England beehrt, welche an der Entwicklung des ITIL Rahmenwerks von der ersten Version bis heute an vorderster Front aktiv mitgewirkt und selber diverse Bücher zu diesem Thema publiziert haben. Beide zeigen in ihren Referaten eindrücklich auf, wie die Technologie in Zukunft für die IT Organisationen an Bedeutung verlieren. Serviceorientierte Organisationen stellen den Menschen und seine Befähigung zum verlässlichen und kundenfokussierten Service-Partner immer mehr in den Vordergrund.

Nationalrat C. von Rotz

Herr Nationalrat Christoph von Rotz überbrachte am ersten Tag die Grussbotschaft vom Kanton Obwalten und schlug mit seinem Referat eine Brücke zwischen der Politik und der IT. Herr von Rotz ist seit dem ersten April 2011 auch Präsident des Verbandes der Wirtschaftsinformatik VIW und sieht in der IT zur Politik fünf Parallelen: beide sind für das Leben unverzichtbar, beide benötigen viel Energie was in Zukunft immer mehr an Bedeutung gewinnt. Das Netzwerk ist in der Politik wie auch in der IT das zentrale Element der Kommunikation. Und letztlich arbeiten sowie ICT-Abteilungen wie auch die Politik an Lösungen, welche für alle mehr oder weniger grosse Auswirkungen haben werden.

Eindrücklich war auch die Keynote vom zweiten Tag, gehalten durch Herrn Ernst Wyrsch, Direktor und Gastgeber vom Steigenberger Grandhotel Belvédère dem sozialen Zentrum des World Economic Forum Davos. Er zeigte in seinem fesselnden Referat eindrücklich auf, wie erfolgreiche Manager in der hochkomplexen und immer rasanter drehenden Welt aus dem energie-verschleissenden und letztlich wirkungslosen Hamsterrad heraustreten können und damit für sich und die Mitarbeiter ein Arbeitsumfeld schaffen, das zulässt das alle freiwillig bereit sind mehr zu leisten als sie müssten. Durch die Bewusstmachung von eigentlich selbstverständlichen Lebensgesetzmässigkeiten zeigte er auf wie durch situative Führung im Leistungsgrenzbereich  die Mitarbeiter hochmotiviert hervorragende Leistungen zu erbringen vermögen, untermauert mit den Erfahrungen des WEFs.

Abendveranstaltung mit Schösu

Abendveranstaltung mit Schösu

Schwerpunkt und eigentliches Ziel der Veranstaltung aber war das Netzwerken und der  Erfahrungsaustausch von Praktikern für Praktiker. Konkrete Praxis-Berichte von folgenden Firmen und Organisationen sind vorgestellt worden:

 

 

  • Bank zweiplus AG
  • Holcim Group Support Ltd
  • ISACA
  • itSMF Schweiz
  • Merck KGaA
  • Raiffeisen Schweiz
  • Sunrise
  • Swiss Re
  • Swisscom (Schweiz) AG
  • ZHdK Zürcher Hochschule der Künste

Die eingangs gestellte Frage nach der künftigen Bezeichnung von IT Organisationen konnte nicht abschliessend beantwortet werden. Eine Möglichkeit bietet sich wohl als „Service Management Department“, was dem immer stärker in den Fokus rückenden Service und der Kundenorientierung gerecht würde. Wir werden es sehen.

Sarnen

Das von Martin Andenmatten, Glenfis AG und Thomas Estermann, MMS Consulting ins Leben gerufene ITIL-Forum Schweiz endete für alle Besucher, Organisatoren und Aussteller am 18. Mai pünktlich um 16:30 mit einem Abschiedsapèro.
Einen expliziten Dank gilt auch den Kooperationspartner VIW, itSMF, ISACA, SGO und der Gemeinde Sarnen, wo wir uns sehr wohl gefühlt haben. Die Planung für das 4. ITIL-Forum ist bereits wieder im Gange. Ich freue mich jetzt schon.

Info-Website sowie weitere Impressionen zum Anlass findet man unter
www.itil-forum.ch

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