Go professional before it gets cloudy – Neues Seminar “Sourcing Governance Foundation”

Frage: Sie sind verantwortlich für einen “Request for Proposal (RFP)“. Sie möchten Evaluations-Kriterien einfügen, um die qualitativen Kompetenzen von Cloud-Computing Anbietern werten zu können. Welche Fragen würden Sie dafür im RFP benutzen ? (*)

a) Fragen zur Transition Planung
b) Fragen zum Qualifikationsstand der Mitarbeiter
c) Fragen zu Referenzen des Anbieters

(*) Richtige Antwort am Ende

Der aktuelle Trend, IT Leistungen extern auszulagern stellt das Management der IT Services vor neue Herausforderungen. Neben Outsourcing- und Outtasking- Möglichkeiten, bieten vor allem die Cloud-Computing Angebote vollkommen neue Geschäftsmöglichkeiten; aber auch Risiken, die es zu bewerten und managen gilt.

Risiken Erkennen
Das Business Model der meisten Service Provider beruht im Wesentlichen auf zwei Punkten: Erstens auf der Steigerung von Wachstum und Profit sowie zweitens auf dem Erreichen von langjähriger und strategischer Partnerschaft mit ihren Kunden.

Unternehmen, die den Schritt zum externen Service Sourcing bereits getan haben, profitieren von den Vorteilen, kennen aber auch die Risiken und Probleme, die die Ausrichtung des Business Modells ihrer Service Provider mit sich bringt:

  1. Für Ihr Unternehmen steht neben interessanten Kostenmodellen vor allem Flexibilität, Agilität und Qualität im Vordergrund Der Service Provider hingegen muss vor allem einen Profit aus der Skalierbarkeit und dem Verkauf des Services realisieren. Diese Ungleichheit der Business Prioritäten zieht sich wie ein roter Faden durch alle Phasen einer Partnerschaft, fällt aber vor allem an deren Beginn besonders ins Gewicht, wenn der Service verkauft und übernommen werden muss.
  2. Sie kennen und verstehen die Business Prozesse, Prioritäten und Daten Ihres Unternehmens. Der Service Provider kennt sie (noch) nicht oder nur auf einer eher allgemeinen Stufe. So wird Ihr Service Provider zum Beispiel nicht notwendigerweise der Spezialist hinsichtlich Compliance Standards und Regularien Ihrer Branche sein. Seine Einschätzung der Relevanz und Kritikalität Ihrer Unternehmensdaten wird eher allgemein sein.
  3. Das Kerngeschäft Ihres Unternehmens ist nicht notwendigerweise das „Supplier Management“ -  ein entscheidendes Kerngeschäft Ihres Service Providers ist hingegen „Customer Management“, und zwar vom ersten Kennenlernen an, über den Bieter-Prozess, Vertragsverhandlung, Service Transition, Service Operations und Vertragserfüllung. „Supplier Management“ und „Customer Management“ sollten sich auf einer gleichen, professionellen Grundlage, sozusagen „auf Augenhöhe“ treffen, idealerweise verbunden durch ein gemeinsames Governance-Verständnisses.
  4. Das Kerngeschäft Ihres Unternehmens ist nicht ICT, das Kerngeschäft Ihres Service Providers aber schon. Das Problem hier ist eine höchst wahrscheinlich  unterschiedliche Reife der Service Organisation, der Prozesse und Schnittstellen, des gesamten Service Governance Frameworks. Ein signifikant höheres Level Ihres Service Providers bzgl. IT Professionalität verglichen mit Ihrer Organisation ist im Bereich Technologie zwar ideal, hinsichtlich Prozess und Service Management Governance jedoch definitiv nicht. Auch hier sollte man als Service Bezieher den Service Provider zumindest „auf Augenhöhe“ begegnen.
  5. Es wird kaum ein Service Transition ohne Krisen-Situationen geben. Der Übergang zur „normalen“ Service Delivery wird in den wenigsten Fällen von Anfang an so laufen, wie sich das insbesondere Sie auf der Kundenseite wünschen würde. Hier ist es angebracht, von Anfang an ein Continual Service Improvement Framework aufzustellen, um schnell die vertraglich vereinbarte Service Delivery Qualität erreichen zu können. Weiterhin sollte dieses Framework genutzt werden, um die Sourcing Performance für den Kunden gezielt zu optimieren. Der Service Provider hat sicher auch ein internes Improvement Programm – um seine Kosten zu optimieren. Ein Continual Service Improvement Programm wird helfen, unterschiedliche Ausgangs-punkte über die Zeit zu gemeinsamen Zielen zu bündeln: Kostenoptimierung auf beiden Seiten, Service Qualität und Risikominimierung für eine langfristige, strategische Partnerschaft.

Risiken managen, Performance optimieren
Um die Vorteile einer Sourcing Partnerschaft realisieren und Enttäuschungen gering  halten zu können, setzen immer mehr IT Leiter, Einkäufer, Supplier und Service Manager auf bewährte Governance Werkzeuge, die den gesamten Lebenszyklus des externen Sourcings umfassen – Strategie Definition, Selektion und Umsetzung einer Partnerschaft:

ITIL v3: Das bekannte „Best Practice“ Framework gibt mit dem Service Lifecyle Verständnis wesentliche Hilfestellungen zum angesprochenen Lifecycle eines externen Sourcings: Service Strategie – Sourcing Strategie, Service Design – Selektion, Service Transition und Service Operations – Umsetzung einer Partnerschaft.

ISO 20000: Das Ziel der Norm ISO/IEC 20000 ist die Bereitstellung eines gemeinsamen Referenzstandards für alle Unternehmen, welche IT Services für interne oder externe Kunden erbringen. Ein weiteres Ziel besteht in der Förderung einer gemeinsamen Terminologie, womit ein wesentlicher Beitrag in der Kommunikation zwischen Service Provider, Lieferanten und Kunden geleistet wird. Die meisten der potentiellen Service Provider ist bereits zertifiziert oder ist bereit, sich zertifizieren zu lassen. Die eigene Anlehnung an oder gar Zertifizierung nach ISO 20000 ermöglicht jedem Unternehmen, auf Augenhöhe mit dem Service Provider zu agieren.

COBIT: Das international anerkannte Standardwerk zur IT Governance ist COBIT (Control Objectives for Information and Related Technology). Dieses übergreifende Regelwerk kann auch zum Aufbau der Governance für externes Sourcing genutzt werden.

eSourcing Capability Model for Client Organizations: Das „eSourcing Capability Model for Client Organizations” ist ein Framework zur Analyse und zum Entscheid in Richtung Service Sourcing Strategie oder Service Sourcing Modelle. Es ist auch als Assessment-Instrument zur Feststellung der eigenen „Sourcingreife“ vor dem Entscheid eines externen Servicebezuges geeignet. Es ist die Erweiterung des eSCM-Service Provider – Modells.

Basierend auf Glenfis Kompetenzen im Bereich Governance, Best Practise und Sourcing, entwickelt Glenfis ein Governance Sourcing Frame Work, das darauf ausgerichtet ist, Kunden bei der Sourcing Entscheidung zu unterstützen, Risiken zu minimieren und die Sourcing Ziele zu erreichen.

Go professional before it gets cloudy
Gehen Sie davon aus, dass ihr potentieller Service Provider ein Höchstmass an Professionalität demonstrieren wird, um seine Business Ziele durchzusetzen. Die Durchsetzung Ihrer eigenen Business-Ziele verlangt ein adäquates Mass an Wissen, Erfahrung und Fähigkeiten. Und nur so kann sich eine langfristige, strategische Partnerschaft entwickeln – ihr Service Provider weiss das bereits oder wird es lernen zu wissen. Natürlich baut man auch auf die externe Beratung von spezialisierten Sourcing Consultants – und das hat auch seine Berechtigung.. Aber auch externe Berater müssen geführt werden. Desweiteren wird sich das Management von externem Sourcing, in alle seinen Lebenszyklen, immer mehr zu einer Standard Management Befähigung für ihr Unternehmen entwickeln. Dazu braucht es In-house Professionals in den relevanten Sourcing Organisationen des Unternehmens: IT Leiter, IT Einkäufer, Programm Manager, Service Manager, Supplier Manager, Quality, Compliance und Risk Manager sowie Vertragsmanager.

Trainingsangebote für Professionals
Neben den bekannten Trainings-und Zertifizierungsangeboten für ITIL v3, COBIT und ISO 20000, gibt es auch spezialisierte Trainings, die all die wesentlichen Phasen und Konzepte des externen Sourcings behandeln:

  • Sourcing Grundlagen
    Sourcing Konzepte
    Sourcing Formen
    Risiken und Trends im Sourcing
    Sourcing Phasenmodell
  • Sourcing Strategie Entwicklung
    Sourcing Assessment
    Business Case Entwicklung
    Sourcing Roadmap
  • Selektionsprozess Sourcing Partner
    Selektion (RFI, RFP)
    Due Diligence
    Vertragsentwicklung
    Transition
  • Partnerschaftsmanagement
    Vertragsmanagement
    Aufsetzen eines Governance Frameworks
    Service Delivery Management
    Service Reporting
    Krisen-Management

Ein einmaliges Angebot in Zentraleuropa
Der Trainingskurs „Sourcing Governance Foundation“ befähigt Kunden und Service Provider, die Phasen des externen Sourcings mit der Komplexität der Aktivitäten und Entscheidungen zu verstehen und auf die speziellen Anforderungen und Gegebenheiten eines Unternehmens abbilden zu können. Der Kurs ist Teil eines von der „International Association of Outsourcing Professionals (IAOP)“ aufgesetzten und überwachten Programms für „Corporate and Professional Development“.

Der Kurs richtet sich an beide Seiten einer Partnerschaft:

  • Unternehmen: IT Leiter, IT Einkäufer, Programm Manager, Service Manager, Supplier Manager, Quality-, Compliance- und Risk Manager, sowie Vertragsmanager
  • Service Provider: Account Manager, Service Manager, Transition Manager, Bid/Sales Manager, PMO Manager, Vertragsmanager

Das Seminar dauert 2 Tage und kann mit einem Examen abgeschlossen werden (Multiple Choice Prüfung), dessen erfolgreiches Bestehen mit Punkten für die weitere Zertifizierung im Rahmen des IAOP Programms belohnt wird. Es bestehen keine speziellen Zugangsvoraussetzungen für diesen Kurs, eine Ausbildung in bekannten Frameworks (ITIL, ISO 20000, CoBIT) ist sicher von Vorteil aber keine Bedingung. Der Kurs wird in Deutsch oder Englisch angeboten und  kann auch als Firmen-seminar gebucht werden.

Info & Anmeldung zum Seminar.

Antwort zur Eingangsfrage:
a)  Fragen zur Transition Planung, alle anderen Fragen sind Bestandteil eines „Request for Information“ (RfI).

Ansprechpartner für Sourcing Coaching & Training:
Ben Martin, Principal Consultant
Ben.Martin@glenfis.ch
Glenfis AG – Vom Kennen. Zum Können. Zum Tun.

XE2YDMZ3GY23

Outsourcing – nur nicht die Kontrolle verlieren!

“Outsourcing a mess is an outsourced mess”! Viele Organisationen welche ihre IT oder Teile davon ausgelagert haben, können ein Lied davon singen. Mit dem Outsourcing werden Probleme nicht zwingend gelöst – oft höchstens verlagert. Kostengünstiger wird es in den seltensten Fällen.

Dies soll nun nicht ein Beitrag gegen das Sourcing allgemein sein. Nein, viel mehr geht es darum, Organisationen zu sensibilisieren, ihre Sourcing-Strategie sorgfältig zu überprüfen,  zu planen und zu pflegen. Wenn ein CEO existentiell abhängig von der Verfügbarkeit und Weiterentwicklung der IT Services ist, sollte er nur klar abgrenzbare Funktionen auslagern – die Verantwortung muss immer bei ihm bleiben. Das heisst im Klartext,  dass  die Managementkontrolle über den Sourcing-Partner im eigenen Unternehmen bleiben muss, um  nicht eine einseitig existentielle Abhängigkeit von einem externen Unternehmen zu riskieren, auf dessen Entwicklung und Bestehen kein oder nur beschränkt Einfluss genommen werden kann.

Folgende Kontroll-Fragen können als Orientierungshilfe herangezogen werden:

  1. Hat die interne Organisation die  Kenntnis und die Kontrolle über den  Input der Service Management Prozesse? Das heisst am Beispiel des Incident Prozesses: weiss die interne Organisation, wie und durch wen dieser Prozess angestossen wird – und hat sie Einfluss und genügend Kontrolle?
  2. Hat die interne Organisation Kenntnis über den Output der Prozesse und ist sie selber Nutzniesser dieser Prozess-Ergebnisse, respektive führt sie die Interpretationen und Entscheidungen auf Basis dieses Outputs  selber aus? Am Beispiel des  Capacity Management Prozesses erläutert heisst dies, dass kostenwirksame Kapazitätserweiterungen aufgrund von Performance-Messungen nur durch die interne Organisation veranlasst werden darf – und  nicht durch den externen Partner, welcher die Infrastrukturen hostet.
  3. Ist die interne Organisation zuständig für Definition und Durchführung der Prozess- und Service-Metriken. Darin eingeschlossen sind die Festlegung der Messmethoden, Messpunkte und Messhäufigkeiten.
  4. Ist die interne Organisation in der Lage, für jeden Prozess einen objektiven Nachweis zu erbringen, dass sie die Verantwortung der Prozess-Funktionalität innehat? Gerade diese Anforderung ist im Rahmen eines Outsourcings zu überprüfen, weil die Delegation dieser Verantwortlichkeiten oft Grund einer externen Auslagerung war.
  5. Ist die interne Organisation für die Definition, das Messen und Überprüfen der Prozess- und Service Verbesserungen selber zuständig? Für sämtliche Prozesse und Services müssen die Verbesserungsmassnahmen in der Verantwortung des Unternehmens bleiben, um auch wirklich sinnvolle und wirtschaftliche Optimierungen anzustossen.

Je transparenter die Verantwortlichkeiten beider Seiten sind, desto weniger Überraschungen müssen in Kauf genommen werden. Das heisst nicht zwingend, dass die Sourcing-Strategie gescheitert ist – aber sie wird in aller Regel um einiges teurer.

Eine erfolgreiche Outsourcing-Strategie erfolgt normalerweise in folgenden 4 Stufen:

Stufe 1: Desicion Making: Die Machbarkeit einer Sourcing-Strategie muss auf Basis folgender Kriterien nachgewiesen werden:

  • Business Case für das Oursourcing
  • Service-Paketisierung und damit Kopplung von Funktionen und Prozessen mit klarer Definition der Schnittstellen, Kommunikationswege und -Medien
  • Sind die internen Kapazitäten zur Durchführung des Outsourcings vorhanden? (- oder überlasse ich das Heft dem neuen Partner?)
  • Sind die internen Kapazitäten zur Kontrolle und Überwachung des Outsourcings vorhanden?
  • Wie gehen wir mit gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen um (SOX,  Basel II, IKS)? – Sind wir bereit, Geschäftsdaten extern zu vergeben und wie ist der Datenschutz gewährleistet?

 Stufe 2: Supplier-Selection: Der Sourcing-Partner muss sorgfältig evaluiert werden. Die Anforderungen müssen detailliert aufgelistet und im Rahmen eines Request-For-Proposals (RFPs) an potentielle Anbieter verschickt werden. Mittels Due Dilligence Verfahren wird schlussendlich der geeignetste Partner auserwählt. Der ursprüngliche Business Case muss hierzu immer wieder verifiziert werden.

Stufe 3: Transition: Nachdem die Verträge unterschrieben sind, geht es um die Lieferung der Service-Leistungen durch den neuen Sourcing-Partner. Dabei sind zwei Schritte zu unterschieden:

  • Transfer: das Übergeben der Asssets, Verträge,  Lizenzen und allenfalls auch der Mitarbeiter an die neue juristische Einheit. Dies muss in einem gemeinsam abgestimmten Prozess zwischen Sourcing-Partner und internern Organisation erfolgen. Ein strikt überwachtes Risikomanagement ist hier unerlässlich
  • Transformation: Die Umsetzung des eigentlichen Sourcing-Entscheides muss hier vollzogen werden: Die Überführung der “as-is”-Services in den “future-mode”. Gilt es einfach einen organisatorischen Transfer durchzuführen, oder sollen Kosten- und/oder Qualitäts-Ziele erreicht werden?

Stufe 4: Contract Completion: Der Lifecycle des Vertrages endet mit dessen Erfüllung. Dieser kann jedoch laufend verlängert oder erweitert werden.  Wichtig hierzu ist, dass die interne Organisation einen ausgeprägten Supplier Management Prozess eingerichtet hat und die Leistungen des Service Providers laufend hinsichtlich Vertragserfüllung überwacht, kontrolliert und Leistungstrends analysiert.