VeriSM – New Kid on the IT Management Block

Es ist nicht einfach dieser Tage den richtigen Ansatz zur Bewältigung der digitalen Transformation zu wählen. Viele Management Methoden, Frameworks und Ansätze stehen zur Auswahl, aber was ist nun das Richtige? Klar, es muss agiler und dynamischer werden. Andererseits verlangen Cloud Technologien und Artificial Intelligence Lösungen nach neuen Betriebsmodellen in Unternehmen. Die Vielfalt von externen Partnern gilt es unter Kontrolle zu halten. Letztlich gilt es aber immer auch noch darum, Services an das Business und die Kunden zu liefern, welche einen Mehrwert liefern und nicht nur verlässlich und stabil sind, sondern auch noch allen aktuellen regulatorischen Vorschriften entsprechen – GDPR lässt grüssen.

Sollen bewährte Verfahren mit ITIL und COBIT über Bord geworfen werden? Wie transformiere ich meine Teams in eine agile DevOps Organisation? Wie nutze ich IT4IT zur wertschöpfenden Tool- und Informations-Architektur? Wie erfülle ich trotzdem die neuen Datenschutzverordnungen GDPR? Es wird nicht einfacher, sich zu orientieren. Und nun kommt zu allem Überdruss kurz vor Weihnachten noch ein weiterer Management Ansatz auf den Markt: VeriSM™ – A service management approach for the digital age. Wenn man wie ich in der Service Management Community arbeitet, so kann man diese Ankündigung fast nicht verpassen. Wenn Sie noch nichts davon gehört haben, dann schauen Sie mal auf der offiziellen Website (link), oder verlinken Sie sich in deren LinkedIn-Gruppe (Link) – oder schmunzeln Sie auch in der wohl stärksten Facebook Community Page der Szene: Back2ITSM.

Braucht es dies nun wirklich auch noch, kann man sich zurecht fragen. Nun – schon diese Frage und die allgemeine Verunsicherung bei der Orientierung in den bestehenden Rahmenwerken und Methoden zeigen auf, dass es irgendetwas braucht, um aus der der Fülle von zweifellos sehr guten bestehenden und neuen Best Practice Ansätzen die «Richtigen» für seine eigene konkrete Umgebung herauszufinden.

Und hier setzt VeriSM™ an. Es ist ein Leitfaden um die bestehenden Leitfäden richtig anzuwenden. Es ist ein verbindender Ansatz, wie, wann und mit welcher Wirkung die bestehenden Guidelines verwendet werden sollen und wie diese verbunden werden können. Man Kann VeriSM als Kochrezept verstehen. Während die anderen Best Practice Ansätze die inhaltlichen Zutaten sind, ist VeriSM das Rezept, welche die richtige Mischung von allem beschreibt. Es ist sozusagen ein Navigator der bestehenden Ansätze zur Erbringung von Service Leistungen für das Business im digitalen Zeitalter.

VeriSM-logo-White

VeriSM-logo-White

VeriSM steht für:

  • Value-driven: focuses on providing value to the business
  • Evolving: an up to date approach which will continually evolve
  • Responsive: facilitates a tailored approach depending on the business situation
  • Integrated: helps you fit all the different practices together
  • Service
  • Management

VeriSM will also nicht bestehende und bewährte Frameworks und Methoden ersetzen oder gar verdrängen – es will eher integrieren, Zusammenhänge schaffen und die losen Enden verbinden. Die Grundidee dabei ist, dass es nicht «One Size fits all» Ansätze bei allen noch so guten Methoden gibt. Man muss und soll diese anwenden aber an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Zudem soll für die etwas verunsicherte Service Management Community der Zugang in die digitale Transformation ermöglicht werden. Viele ITSM-Praktiker sehen sich von den aufstrebenden DevOps-Teams derzeit etwas sehr stark an die Wand gedrängt und suchen verzweifelt nach Möglichkeiten, den agilen Ansatz für ihre Prozessstrukturen nicht zu verpassen.

Der Launch von VeriSM war nun kürzlich an der jährlichen itSMF Konferenz in Estonia vom letzten Dienstag, 22. November 2017. Das Buch dazu wird demnächst von VanHaren veröffentlicht – ein erster Draft kann jetzt schon eingelesen werden (Link).

Wieviel Wert soll man diesem neuen Kid on the block aber nun beimessen. Das wird sicher die Zukunft zeigen. Eines ist jedoch beachtlich. Die Leute hinter VeriSM sind alles bekannte Personen aus der Szene, welche mich zuversichtlich stimmen, dass hier was «Gutes» aufgebaut wurde. Mit Clair Agutter als Chief Architekt, war auch Rob England , the ITskeptic mit von der Partie, welcher zumindest sein «Basic Service Management» aus dem Jahre 2011 zugesteuert hat. Er hat jedoch bereits einen Disclaimer-Blog verfasst, in dem er sagt, dass das überlassen des Buchs so ziemlich sein einziger Beitrag zu VeriSM gewesen sei.

VeriSM-Certification Scheme

VeriSM-Certification Scheme

Ein anderer Wehrmutstropfen ist auch die Tatsache, dass gleich mit der Veröffentlichung des Buches ein Zertifizierungsschema publiziert wird. Geht es nun nicht primär auch darum, neue Zertifikatskurse zu erstellen um damit der darbenden ITIL Trainings Branche komplementäre Angebote in deren Portfolio zu legen?

Etwas geschickter als die nun privatwirtschaftliche und gewinnorientierte ITIL & Prince2 Organisation Axelos ist hier jedoch wieder eine Non-Profit-Organisation zu werke: IFDC – International Foundation for Digital Competences. Diese Organisation wurde jedoch genau zu diesem Zwecke aufgebaut – initiiert von einer grossen Liste von Protagonisten die sich liest wie das Who-is-who in IT Management Beratungs- und Trainings-Zirkel.

VersiSM Buch Cover

VersiSM Buch Cover

Nun – die Zeit wird es zeigen, ob der neue Ansatz die Versprechen erfüllt. Wir seitens Glenfis bleiben bestimmt am Ball und schauen es uns ganz genau an. Was uns in dieser spannenden Welt immer zu helfen vermag, das nehmen wir gerne auf. Zudem kann das Buch aus aktuellem Anlass immer noch als Weihnachtsgeschenk dienen – € 31.75. Dürfte also noch im Rahmen des Budgets liegen. Und das Inhaltsverzeichnis sowie die ersten Kapitel liegen als Draft bereits vor und lesen sich vielversprechend.

Scheinen nun Axelos bei ITIL tatsächlich die Felle davon zu schwimmen? Ob sie mit dem Mitte 2018 angekündigten neuen ITIL-Release oder Update zu spät kommen? Denn, wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.


 

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